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Bierphilosophien im Brauistübli

Zwickelbier-Verkauf direkt ab Fass



Willi Bär, Rugenbräu-Mitarbeiter aus Interlaken, hat alle Hände voll zu tun. Das Zwickelbier wird ihm nicht ausgehen, schliesslich befinden sich rund 60'000 Liter im Tank.

Fotos: Irene Thali

Wer braucht schon ein «Friday-After-Work-Get-Together»-Apéro? Viel gemütlicher ist es am
Freitag nach Feierabend im Brauistübli am Rugen. Vor allem im Sommer, wenn der Biergarten
offen ist. Und erst recht, wenn zum Zwickelbier frisch ab Fass eine deftige Haxe serviert wird.
Wer seinen filigranen, schön bemalten Zwickelkrug von Willi Bär mit dem naturtrüben Gersten-
saft auffüllen lässt, der verweilt meistens noch für ein Feierabendbierchen in der Gastwirtschaft.
Viele sind von weit her angereist. Ihr Fazit: «Das Zwickel isch eifach scho cheibe guet!» Und sollte
 das Bier nicht zu überzeugen vermögen, so tut es die von Silvia Mätzener servierte Haxe.
Der Zwickel-Verkauf ab Fass ist beliebt, vom Angebot, die nostalgische Zwei-Liter-Karaffe
nachzufüllen, wird rege profitiert. Die Bierleitung führt über den Köpfen der Gäste direkt vom Gär- und Lagerkeller der Rugenbräu in den Biergarten des Restaurants Brauistübli und somit ins Fass. Unfiltriert und naturtrüb landet das Zwickel im Krug oder im Glas. Ob das das Geheimnis ist, warum das Bier so gut schmeckt? Auf diese Frage weiss kaum ein Gast Antwort, einig sind sie sich aber alle in einem Punkt: Das Bier aus dem Berner Oberland ist einfach super!



Auch der freundliche Brauistübli-Service hat keine Zeit um sich auszuruhen: Silvia Mätzener (links), Interlaken, und Béatrice Zumkehr, Matten.




Franz und Anna Wessling reisten aus Dornach an, um ihre Zwickelflaschen aufzufüllen. Der Hobbybrauer findet das Bier vom Bödeli «super gut».

 

Seit Freitag heisst ihr neues Lieblingsbier Zwickel! Tanja Bähler, Michael Röthlisberger, Barbara Bähler und Ruedi Kohler (vlnr), alle aus Aeschi.




Gute Gäste und seit 1. Juli «verbannte Raucher» (vlnr): Hansruedi Bleuer, Interlaken, Theo Magistretti, Matten, und Kurt Bhend, Unterseen.




Christian Brunner, Betriebselektriker Rugenbräu, und Kuri Althaus (rechts), Bierbrauer, geniessen das wohlverdiente Feierabendbier.

 

Aus Hausen am Albis kommt Elisabeth Jeannerat (links). Ihr Schwiegergrossvater arbeitete als Brauer bei der Rugenbräu. Zusammen mit Franziska Früh aus Unterseen holt sie sich ihre Zwickel-Ration ab Fass ab.



Zwickel macht Laune! Oder ist daran die happige Wanderung von Saxeten ins Brauistübli schuld? Martin Köppel, Häutligen, Corinne Koch, Thun, Cristina Köppel, Häutligen und Rolf Koch, Thun (vlnr).

 

Vom Männlichen direkt ins Brauistübli hat es Andreas Fuchs, Geschäftsführer Luftseilbahn Wengen-Männlichen, verschlagen. Seine Tochter Anna begleitet ihn beim Zwickelbier-Kauf.

 

Der stille Beobachter in der Hecke oder Werkspionage durch eine andere Brauerei?

Aktualisiert (Dienstag, den 14. Juli 2009 um 15:25 Uhr)

 

Wie zu Urgrossvaters Zeiten

Zwickelbier-Ausschank der Rugenbräu AG

Jetzt ist es wieder soweit. Jeden Freitag von 16.00 bis 18.00 Uhr wird das Zwickelbier gezapft. Das unfiltrierte, naturtrübe Rugenbier kann frisch ab Fass im Garten des Restaurants Brauistübli bei der Rugenbräu AG in der nostalgischen Zwei-Liter-Karaffe bezogen werden.

 

Da hopft das Herz: Bei Silvia Mätzener (links) und Kathrin Steck vom Restaurant Brauistübli in Matten wird das Zwickelbier ganz frisch direkt vom Lagertank ausgeschenkt und verkauft.

 

Eine alte Tradition lebt wieder auf. Die seit 1866 bestehende Familien-Brauerei pflegt das Bier-Handwerk im höchsten Masse. Jeden Freitagabend schlägt die Stunde für die Zwickelbier-Liebhaber. Die Bierspezialität aus der guten alten Zeit ist ein nichtfiltriertes, naturtrübes Bier. Das Besondere daran: es kommt direkt vom Lagertank. Dort wird es frisch und unfiltriert gezapft. Es ist somit naturtrüb.

 

Lange Tradition

«Ursprünglich war mit Zwickelbier die entnommene Probe gemeint, die vor dem Filtern vom Fass genommen wurde. Den Hahn nannte man Zwickelhahn, weil der Erfinder so hiess», erklärt dazu Philipp Adler, Braumeister der Rugenbräu AG. «Heute gehört das Zwickelbier aber zu einer beliebten Bierspezialität. Das Geschmackserlebnis ist einzigartig, wie zu Urgrossvaters Zeiten. Sowohl die 33-Zentiliter-Bügelverschlussflasche wie auch die 50-Zentiliter-Flasche mit Kronenkork sind sehr beliebt. Für die Gartensaison bietet die Rugenbräu AG nun auch die nostalgische Zwei-Liter-Flasche an, die ausschliesslich am Freitagabend von 16.00 bis 18.00 Uhr ausgeschenkt wird und eine Besonderheit darstellt.

 

 

Frisch vom Fass: Zwickelbier ist eine sehr verträgliche, würzige Spezialität, die bereits unsere Urgrossväter zu schätzen wussten.


Ideal zum Barbecue

Das Zwickelbier hat einen geringen Kohlensäuregehalt. Dadurch ist es nur beschränkt haltbar und sollte immer frisch getrunken werden. Es ist ein sehr verträgliches, würziges und süffiges Bier. Somit das ideale Partygetränk für den Sommer. Und zum Schluss noch eine erfreuliche Nachricht. Da die natürlichen Hefe- und Eiweissstoffe im Bier noch enthalten sind, ist es ernährungsphysiologisch wertvoller als filtriertes Bier. Der nächsten gelungenen Gartenparty steht somit nichts mehr im Wege. Eine nostalgische Zwei-Liter-Flasche kostet 49. Franken. Ist das Bier einmal ausgetrunken, kann die Flasche zum Preis von 9.50 Franken nachgefüllt werden. Die Bierleitung führt direkt vom Gär- und Lagerkeller über die Strasse in den Biergarten des Restaurants Brauistübli. Dort gibt es übrigens jeden Freitag grillierte Haxe und drei Deziliter Zwickelbier zum Spezialpreis von 15 Franken.

Aktualisiert (Dienstag, den 02. Juni 2009 um 22:29 Uhr)

 
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